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Auf zum Traumjob Folge XXXXIII: Ausbildung als Karriere-Game-Changer

Bildung ist seit einigen Jahren zum heiligen Gral in der Karriereentwicklung avanciert. Nie gab es so viele Aus- und Weiterbildungsangebote, die von Menschen auch bereitwillig in Anspruch genommen werden. Aber macht es überhaupt Sinn sich ständig weiterzubilden bzw. welche Effekte können sich Jobsuchende von einer guten gewählten Aus- und Weiterbildung überhaupt erwarten? „Ich überlege mir jetzt nach der Trennung vom Unternehmen eine Ausbildung zu machen. Ich weiß allerdings noch nicht, welche überhaupt sinnvoll für mich ist und wie ich das Ganze dann finanzieren soll“ sagte ein Ex-Manager zu mir in der New/Outplacement Beratung.

Er hatte schon ein Studium absolviert, war also schon gut ausgebildet. Jetzt war er sich allerdings nicht sicher, ob er in seinem Metier bleiben soll oder eine komplett neue Richtung einschlagen will. In den Jahren davor waren seine Weiterbildungen immer vom Unternehmen bezahlt worden.

Durch die Trennung vom Unternehmen ist die finanzielle Situation zusätzlich angespannt. Vor diesem oder ähnlichen Dilemmata stehen Jobsuchende immer wieder. Soll in so einer Situation dann noch investiert werden bzw. wenn ja in welche Ausbildung?

Aus- und Weiterbildung als Karrieremotor

In der Regel steigert sich das Gefühl für den Arbeitsmarkt nicht mehr genug zu bieten zu haben durch den Verlust des Arbeitsplatzes nochmal gehörig. Oftmals reagieren Jobsuchende darauf mit der Intention eine Aus- und Weiterbildung machen zu wollen, um nicht den Anschluss zu verlieren bzw. die Auszeit sinnvoll zu nutzen.

Im Schnitt dauert ja die Übergangszeit vor allem bei Führungskräften einige Monate und da geht sich schon eine dementsprechende Fortbildung aus. Das macht natürlich durchaus Sinn, vorausgesetzt die zukünftige Karriererichtung ist klar und die Ausbildung wird tatsächlich am Arbeitsmarkt nachgefragt.

Das lässt sich sehr leicht überprüfen, indem man die Jobinserate zur Hand nimmt und sich die Anforderungskriterien darin genauer anschaut. Wir reden in diesem Fall beispielsweise von zusätzlichen Projektmanagement-Skills für Führungskräfte oder von speziellen SAP-Modulen für Experten oder ähnlichem.

Derartige Weiterbildungen sind zumeist auch finanzierbar bzw. werden teilweise sogar vom AMS übernommen. Sie tragen zur Attraktivierung der Jobsuchenden bei, aber einen echten Karrierepush im angestammten Bereich oder einen erfolgreichen Richtungswechsel kann man sich davon jedoch nicht erwarten. Diese Entscheidung fällt also in der Regel leichter.

Schwieriger wird es schon, wenn es sich um eine echte Ausbildung handelt. Diese dauern dann zumindest ein bis zwei Jahre und sind natürlich weitaus kostenintensiver. Angefangen bei mehreren tausend Euro bis hin zu mehreren zehntausend Euro, wenn man sich international anerkannte Management-Ausbildungen ansieht. Viele der Ausbildungsinstitute werben naturgemäß mit gesteigerten Karrierechancen.

Aber was diese Ausbildungen tatsächlich leisten können ist gerade bei österreichischen Instituten nicht immer ganz klar? Denn dazu fehlt im Vergleich zu internationalen Top Ausbildungen oftmals die Vorab-Überprüfbarkeit. Im angelsächsischen Bereich ist es üblich, dass manche Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel die London Business School, ihre Placingquoten plus Verdienstmöglichkeiten jährlich veröffentlichen.

Das stellt somit eine gute Entscheidungsbasis für Ausbildungsinteressierte dar, jedoch sucht man das in Österreich noch vergebens. Dieses Bewusstsein ist hierzulande noch nicht wirklich angekommen. Natürlich strebt nicht jeder eine internationale Karriere im Top-Management an.

Nichts desto trotz will jeder Jobsuchende mit einem größeren Investment seine zukünftigen Chancen am Jobmarkt steigern. Ich empfehle meinen New/Outplacement Klient:innen deshalb ihre Entscheidungsgrundlage nicht ausschließlich auf die Qualität der vermittelten Ausbildungsinhalte sowie der Kosten zu basieren, sondern Ausbildungsinstitute auch unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten.

Add on Kriterien bei der Ausbildungswahl

Seit den Untersuchungen von Pierre Bourdieau wissen wir, dass die Ausbildungswahl sowie andere Lebensentscheidungen sehr stark von dem Milieu, in dem wir leben beeinflusst wird. Bei der Erstauswahl (Schule/Berufausbildung/Studium) ist vor allem das eigene Elternhaus sehr oft maßgeblich mitbestimmend.

Das wird später von anderen Sozialisationsinstanzen abgelöst. Das bedeutet unser aktuelles Umfeld, also das Arbeitsumfeld wie das private Umfeld bestimmen die Vorselektion in der Frage der nächsten Ausbildung sehr stark mit. Das sollte sich jeder Jobsuchende vorab verdeutlichen.

Dieses Bewusstsein kann nämlich dabei helfen, vielleicht bis dato per se ausgeschlossene Ausbildungsrichtungen, aber auch Institutionen mit in die engere Begutachtung mitaufzunehmen. Das funktioniert, indem man seine Recherchen mit seinen Freunden oder ehemaligen Arbeitskolleg:innen teilt und die Reaktionen beobachtet und hinterfragt.

Das kann sehr aufschlussreich sein und so lassen sich dann eventuell auch neue Wege beschreiten. Wenn die Vorauswahl mal getroffen ist, dann empfehle ich meinen New/Outplacement-Klient:innen ihrer Entscheidungsfindung noch nachfolgende Aspekte hinzuzufügen:

  • 1.) Die Vortragenden: Wie gut ein Bildungsinstitut vernetzt ist lässt sich im Vorfeld nicht ganz so leicht feststellen. Ein Hinweis darauf geben die jeweiligen Vortragenden. Kommen diese aus renommierten Unternehmen des gewünschten Bereiches steigert sich die Wahrscheinlichkeit mit möglichen Entscheidungsträgern in Kontakt zu kommen.
  • 2.) Die Teilnehmer:innen: Wer drückt neben mir die Schulbank? Gibt es vielleicht sogar Unternehmen, die ihre Mitarbieter:innen vorrangig an einem bestimmten Institut ausbilden lassen. Das lässt sich gut im Informationsgespräch oder über die jeweilige Website herausfinden, denn sehr oft gibt es Unternehmenskooperationen. Es empfiehlt sich gegebenenfalls zusätzlich ehemalige Absolvent:innen zu befragen.
  • 3.) Das Karrierecenter: Welche Vernetzungsaktivitäten setzt ein Ausbildungsinstitut konkret für seine Studierenden bzw. gibt es überhaupt ein sogenanntes Karrierecenter. Die Anzahl der Mitarbeiter:innen in diesem Bereich lässt Rückschlüsse darauf zu was diesbezüglich geleistet werden kann.
  • 4.) Der Alumniclub: Gibt es eine starke Community und werden regelmäßig Veranstaltungen für Alumnis angeboten? An dieser Stelle hilft ebenfalls die Website sowie Social Media Aktivitäten des Insituts weiter.

Auf diese Art lässt sich die Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Ausbildungsrichtung bzw. ein Institut jedenfalls auf eine breitere Basis stellen und so manche im Vorfeld bereits ausgeschlossene Investition in einem anderen Licht erscheinen lassen. Denn ein bis dato unbeschrittener Weg oder ein einzelner relevanter Kontakt kann für den nächsten Traumjob entscheidend sein.

Gutes Gelingen

Michael Hanschitz

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Michael Hanschitz klein

Kontakt

Mag.(FH) Michael Hanschitz
+43 1 997 80 74
mh@outplacementberatung.co.at

Buchveröffentlichung

Buchcover Menschen fair Behandeln von Michael Hanschitz

Ankündigungen

1 x monatlich
"Auf zum Traumjob-Kolumne"
in der Online-Presse (jede dritte Woche) 

Killt Corona meinen Traumjob!
26.01.2022 um 18:00
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Basierend auf 11 Bewertungen

Outplacementberatung - New Placement - Karrierecoaching
5.0
11Rezensionen
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor 3 Jahren
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von markus l
vor 2 Jahren
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Robert K.
vor 2 Jahren
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 2 Jahren
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von Anita Obermann
vor einem Jahr
TOP! Sehr empfehlenswert! Mit dem tiefen Wunsch nach beruflicher Veränderung und Neuorientierung wurde ich sehr professionell mit vielen Inputs, Tipps uvm. auf meinem Weg begleitet. Das Coaching verändert nicht nur die berufliche Laufbahn positiv. Sehr sympathisch, empathisch und lösungsorientiert! DANKE!
Anita Obermann