Auf zum Traumjob Folge XXI: Wenn der Traumjob verlorengeht!

In der Regel sind meine New/Outplacement-KundInnen auf der Suche nach dem nächsten Traumjob, aber manchmal ist es genau andersherum. Was wenn einem der Traumjob plötzlich verlorengeht, nachdem man ihn der eigenen Beschreibung nach schon jahrzehntelang ausgeübt hat. Eigentlich will ich mich gar nirgends bewerben, sagte der New/Outplacement-Kunde zu mir. Er war jahrzehntelang in einem Unternehmen tätig und hat seine Aufgabe mit Begeisterung ausgeführt, sich sehr gut mit seinen ArbeitskollegInnen verstanden und auch die restlichen Rahmenbedingungen (Gehalt, Arbeitszeit etc.) haben optimal mit seinen Lebensumständen gematched.

Und mit einem Mal ist das Ganze plötzlich vorbei. Das kann der Verstand nur schwer begreifen, aber noch um vieles schwieriger ist für die Betroffenen oftmals, emotional abzuschließen. Das Herz hängt zuweilen einfach ein Stück länger der Vergangenheit hinterher. Selbst dann noch, wenn uns die Gedanken schon dazu zwingen möchten, in die berufliche Zukunft zu schauen.

Dieser innere Widerstand lässt sich jedoch nicht auf Kommando überwinden, weil Abschied nehmen schlicht und ergreifend ein Prozess ist, der bei jedem unterschiedlich lange dauert.

Abschied vom Traumjob ist Trauerarbeit

Klingt vielleicht für viele etwas zu dramatisch und wird je nach Person auch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Aber Trauer gehört ganz einfach zum Verabschieden mit dazu und je länger die Firmenzugehörigkeit war und je intensiver man auch mit den Menschen verbunden war, desto ausgeprägter verläuft dieser Prozess nun mal.

Ein erster guter Schritt in die richtige Richtung ist es, das auch voll und ganz zu akzeptieren. Trauer kann in der Regel nicht aufgeschoben werden. Was manche allerdings tun, ist die Trauer zu verdrängen. Natürlich funktioniert das auch bis zu einem gewissen Grad, birgt allerdings die Gefahr in sich, dass man von der Trauer zu einem anderen Zeitpunkt eingeholt wird.

Vielleicht dann, wenn man es dann gar nicht erwartet hätte, also bei einem anderen nicht minder tragischen Lebensereignis. Deshalb empfehle ich meinen New/Outplacement-KundInnen, sich der Sache lieber gleich anzunehmen.

In der Regel dauert der Wechsel in einen neuen Job sowieso einige Monate, in denen Zeit genug bleibt, sich diesem Thema ausführlich zu widmen. Und Zeit ist eine Schlüsselressource, die wir ganz besonders beim Trauern benötigen. Wie viel es ist, lässt sich im Vorfeld nicht genau bestimmen und genau das gilt es erstmals zu akzeptieren.

Es braucht solange es eben braucht. Das ist natürlich gerade in einer Gesellschaft in der Zeit ein kostbares Gut ist bzw. Zeit auch Geld bedeutet schon mal nicht so einfach. Deshalb hilft vielen New/Outplacement-KundInnen in dieser Situation der Umkehrschluss weiter.

Wenn Zeit eines der kostbarsten Güter unseres Lebens ist, dann würdigt man seinen letzten Traumjob ja auch dadurch, dass man sich Zeit zum Trauern nimmt. Und irgendwie wertschätzt man ja damit auch sich selbst, finden Sie nicht?

Den inneren Widerstand überwinden

Sich einfach nur dem Lauf der Zeit anzuvertrauen ist manchen dann aber doch zu wenig. Vor allem wenn es darum geht, sich wieder auf die neue berufliche Zukunft zu fokussieren. Viele New/Outplacement-KundInnen wollen aktiv was unternehmen.

Am Anfang der Reise berichten KundInnen von einem sehr starken inneren Widerstand, der sie vor allem davon abhält, sich mit dem nächsten Karriereschritt auseinanderzusetzen. Neben unterschiedlichen Abschiedsritualen empfehle ich meinen New/Outplacement-KundInnen beispielsweise folgende Übung und zwar handelt es sich dabei um eine Atemübung:

   Im ersten Schritt sollte eine bequeme Sitzhaltung eingenommen werden und man sollte sich bewusst auf die Atmung konzentrieren. Nach einiger Zeit stellen Sie sich selbst die Frage nach der Ursache ihres Widerstandes und warten darauf welche Antwort Sie darauf erhalten. Sehr oft verbirgt sich hinter verschiedenen Emotionen (Ärger, Traurigkeit etc.) unterschiedliche Ängste. Eine häufige Angst im Zusammenhang mit Jobwechsel ist der vermeintliche Verlust der Kontrolle über sein eigenes Leben.

   Immer wenn dann Ängste während der Übung aufkommen, gilt es sich wieder bewusst auf das Ein- und Ausatmen zu fokussieren und sich nicht von den Ängsten in eine passive Haltung drängen zu lassen. Das kann jeder nach einiger Zeit sehr gut über seine Atmung steuern. Das Ziel ist durch regelmäßiges Wiederholen der Übung ein inneres Gespür dafür zu entwickeln, dass man der Veränderungssituation vor allem emotional gewachsen ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es sich währenddessen immer bewusst zu machen, dass die Veränderung nicht aufgehalten werden kann. In der Regel treten nämlich auch diese Gedanken immer wieder auf. Sie sind sozusagen auch der Nährboden für den Wiederstand.

Die Übung sollte vor allem in der ersten Zeit täglich wiederholt werden. Erfahrungsgemäß verändert sich bereits nach einer Woche das persönliche Verhältnis zum Thema Veränderung und der innere Widerstand wird langsam aber sicher weniger. Sie atmen sich also im wahrsten Sinne des Wortes frei oder vielleicht sogar zum nächsten Traumjob.

Gutes Gelingen.

Michael Hanschitz

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Basierend auf 8 Bewertungen

Outplacementberatung e.U. - New Placement - Karrierecoaching
5.0
8Rezensionen
Profilbild von Robert K.
vor 10 Monaten
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 11 Monaten
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von markus l
vor 11 Monaten
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor einem Jahr
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von Wolfgang Hollauf
vor 3 Jahren
Also mich hat mein Jobverlust wirklich sehr überraschend getroffen und ich wusste garnichts über Outplacement und war dementsprechend skeptisch. Die Beratung hat mich dann erstmal super aufgefangen. Das Profiling gleich am Anfang hat mir gleich mal wieder Auftrieb gegeben und ich bin sehr rasch wieder aktiv geworden. Vor allem hätte ich ohne Beratung instinktiv ganz anders auf meine Situation reagiert, da waren die Profis einfach super für mich. Die Beratungszeit hat mir persönlich auch noch viel mehr als nur Wissen um Interview/Bewerbungen etc. gebracht – es war rückblickend eine persönliche Weiterentwicklung für mich, das war ein zusätzlicher Mehrwert!!! Alle waren sehr professionell und fachlich super. Danke. Wolfgang Hollauf (CFO)
Wolfgang Hollauf