Beinahe jede BewerberIn ist schon einmal vor dem leeren Blatt Papier bzw. Word-Dokument gesessen und die richtigen Worte fürs Motivationsschreiben wollten einfach nicht aufs Papier bzw. ins Dokument. Meine New/Outplacement-KandidatInnen berichten mir regelmäßig von sogenannten Schreibblockaden, wenn es um die passenden Formulierungen geht. Zum einen ist vielen nicht wirklich ganz klar, was denn nun ins Motivationsschreiben tatsächlich reinzuscheiben wäre, weil ja angeblich eh schon alles im Lebenslauf steht.

Und zum anderen grassiert auch die Meinung, dass Motivationsschreiben von HR-ManagerInnen sowieso nicht mehr gesichtet werden. Das alles wiederum führt bei vielen BewerberInnen zur Produktion von copy-&-paste-Varianten, die im Internet ja in Hülle und Fülle existieren. Kann mittlerweile also getrost aufs Motivationsschreiben verzichtet werden oder ist ein gut formuliertes oder kreativ gestaltetes Schreiben gar das Zünglein an der Waage, wenn es um die Einladung zu einem Interview geht?

Schreiben als Erkenntnisprozess

Dass das Schreiben eines philosophischen Werkes wohl unweigerlich mit einem tiefgreifenden Erkenntnisprozess für den Verfasser verbunden ist, steht außer Diskussion und würde von vielen so BewerberInnen wohl auch bejaht werden.

Ein Motivationsschreiben ist natürlich nicht eins zu eins damit vergleichbar. Aber in gewisser Weise trifft es auch auf die Erstellung eines Motivationsschreiben zu, was für manche meiner New/Outplacement KandidatInnen dann schon etwas überraschend ist. Die Darstellung der eigenen Kompetenzen setzt schon eine mehr oder weniger intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person voraus.

Stellt sich also im ersten Schritt die Frage, wie derartige Erkenntnisse zur eigenen Person gewonnen werden können. Eine einfache und gleichzeitig ergiebige Quelle stellen Freunde oder ehemalige ArbeitskollegInnen dar. Besonders hilfreich sind ebenfalls die sogenannten Exit-Gespräche mit HR-ManagerInnen. Das sind sogenannte Abschlussgespräche, nachdem die Trennung vom Unternehmen bereits vollzogen ist, bei denen vice versa Feedback gegeben wird.

Der Grad an Ehrlichkeit ist in diesem Fall sehr hoch, was, wenn gut gemacht dann auch für die zukünftige Karriere genutzt werden kann. Ein persönliches Profiling mit einem Feedback von einer Personalberaterin bzw. Psychologin ist naturgemäß das Non plus Ultra wenn es darum geht, eine wirklich fundierte Rückmeldung zu den eigenen Kompetenzen zu erhalten.

Wenn die Auswertung grafisch gut aufbereitet ist, dann kann sie ohne weiteres gleich als Anhang zum Lebenslauf mitgeschickt werden. Das ist ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise. Wichtig ist nur, dass BewerberInnen darauf achten, keine tiefenpsychologischen Erkenntnisse an den zukünftigen Arbeitgeber weiterzugeben.

Ein weiterer Nebeneffekt dieser Erkenntnisreise ist die automatische Vorbereitung auf die nachfolgenden Jobinterviews, bei denen es ja im Wesentlichen um nichts anderes geht als die eigenen Person im bestmöglichen Licht erscheinen zu lassen. Das Schreiben des Motivationsschreibens ist somit gleich eine gute Vorbereitung dafür.

Content is „King“

So lautet die Basis für jede gute Webpage. Selbiges gilt auch fürs Motivationsschreiben. Die sogenannten „Soft-Skills“ gehören ins Motivationsschreiben. Im Unterschied dazu findet sich im Lebenslauf die Ausbildung sowie die berufliche Biografie.

Daraus ergibt sich also logischerweise auch schon die erste Regel für ein sinnvolles Motivationsschreiben, nämlich, dass es keinesfalls eine Wiederholung oder gar Zusammenfassung des Lebenslaufes sein sollte. Das wird auch in einer Quick-Umfrage zu diesem Thema von HR-ManagerInnen eindeutig bestätigt.

Zusätzlich zu den eigenen Kompetenzen sollte es noch eine Antwort auf folgende Fragen anbieten und zwar:

  • Warum bewerbe ich mich gerade jetzt?
  • Warum bin ich der/die Richtige für diesen Job?
  • Warum möchte ich gerade für dieses Unternehmen arbeiten?

Aus der Umfrage geht weiters hervor, dass Motivationsschreiben nach wie vor einen Stellenwert in der Beurteilung von BewerberInnen einnehmen. Wenn gleich der Hauptfokus am Lebenslauf liegt. Für manche HR-ManagerInnen stellt es sogar einen ersten Minuspunkt dar, wenn BewerberInnen kein Schreiben mitschicken.

Ein weiterer Punkt ist die Form des Motivationsschreibens. Um tatsächlich aufzufallen sind der Kreativität an und für sich keinerlei Grenzen gesetzt. Und tatsächlich sind schon viele außergewöhnliche Motivationsschreiben in die Annalen der Bewerbungsgeschichte eingegangen.

Angefangen von der eigens programmierten Amazon Seite, auf der sich ein/e BewerberIn im Design des Unternehmens selbst zum Verkauf angeboten hat. Es handelte sich natürlich um ein IT-Unternehmen und eine Position in der Software Programmierung.

Ebenfalls ein Highlight war ein Motivationsschreiben, welches als selbst programmiertes Google-Suchergebnis gestaltet wurde. Oder die selbst gestaltete Bratpfanne für eine Bewerbung als Koch. Aufwändig gestaltete Bewerbungsvideos sowie eine eigene Bewerbungswebpages gehören ebenfalls zum letzten Schrei.

Die Garantie damit aufzufallen haben die BewerberInnen in jedem Fall. Es kommt aber immer auch darauf an wer das Motivationsschreiben am anderen Ende zu Gesicht bekommt und wie der oder diejenige es dann bewerten. Das gilt es in jedem Fall im Vorfeld einzuschätzen. Mit einer ausgezeichneten Idee, die perfekt zum Rahmen passt, in dem das Unternehmen tätig ist, gelingt es sicherlich einen solchen Volltreffer zu landen.

Und mal ehrlich, wenn sie schon über eine derartig ausgesprägte kreative Kompetenz verfügen wird der Traumjob sicherlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Gutes Gelingen.

Michael Hanschitz

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Outplacementberatung e.U. - New Placement - Karrierecoaching
5.0
8Rezensionen
Profilbild von Robert K.
vor 9 Monaten
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 10 Monaten
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von markus l
vor 9 Monaten
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor einem Jahr
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von Wolfgang Hollauf
vor 3 Jahren
Also mich hat mein Jobverlust wirklich sehr überraschend getroffen und ich wusste garnichts über Outplacement und war dementsprechend skeptisch. Die Beratung hat mich dann erstmal super aufgefangen. Das Profiling gleich am Anfang hat mir gleich mal wieder Auftrieb gegeben und ich bin sehr rasch wieder aktiv geworden. Vor allem hätte ich ohne Beratung instinktiv ganz anders auf meine Situation reagiert, da waren die Profis einfach super für mich. Die Beratungszeit hat mir persönlich auch noch viel mehr als nur Wissen um Interview/Bewerbungen etc. gebracht – es war rückblickend eine persönliche Weiterentwicklung für mich, das war ein zusätzlicher Mehrwert!!! Alle waren sehr professionell und fachlich super. Danke. Wolfgang Hollauf (CFO)
Wolfgang Hollauf