Den Traumjob suchen ja bekanntlich viele, allerdings lässt sich dann im Rückblick oft nur sehr schwer sagen wie es tatsächlich gelungen ist. Es verhält sich ein bisschen wie mit Wittgensteins Satz im Tractatus, der besagt, dass die Leiter an der man emporgestiegen ist, um ein Lebensproblem zu lösen, im Anschluss weggeworfen werden muss. Immerhin war sein Tractatus, also seine persönliche Leiter mehrere Tausend Seiten dick und sie ist uns ja nach wie vor gut erhalten geblieben. Also mal schaun, ob sich nicht zumindest die eine oder andere Sprosse der Leiter zum Traumjob ausfindig machen lässt.

Erfolgsgeheimnis Hartnäckigkeit

Traumjobs fallen in der Regel nicht einfach so vom Himmel, sondern es braucht zumeist eine gehörige Portion Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen um am Ende des Tages dann letztendlich auch dort anzukommen. Das kann schon mal bedeuten, dass beispielsweise im Bewerbungsprozess eine längere Durststrecke zu überstehen ist.

Das bespreche ich mit meinen New/Outplacement Kundinnen gerne schon zu Beginn. Dann kann sich die innere Uhr gut darauf einstellen. Einen guten Anhaltspunkt stellt da beispielsweise die durchschnittliche Suchzeit dar. Diese lag vor Covid 19 bei ungefähr fünf Monaten und wird sich jetzt in der einen oder anderen Branche wohl noch verlängert haben.

Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel. So etwa benötigte eine Führungskraft 50plus lediglich drei Monate und eine einzige Bewerbung um zum neuen Job zu kommen. Das Erfolgsgeheimnis lag dabei darin, dass sie einerseits die Branche wirklich in und auswendig kannte und über eine überaus gute Selbsteinschätzung verfügte.

Die New/Outplacement Kundin war in der Lage aus den unterschiedlichsten Inseraten zwischen den Zeilen genau herauszulesen: Wo das Unternehmen gerade in seiner Entwicklung stand - was in der jeweiligen Position von ihm erwartet wurde und inwieweit es ein Match mit seinen Kompetenzen und Fähigkeiten gab.

So kam es dann vor, dass wir unzählige Inserate gemeinsam reflektiert haben, auf die dann allerdings nie eine Bewerbung erfolgte. Das war in der Tat ausgesprochen konsequent und setzt natürlich eine gewisse Überschaubarkeit der Branche voraus.

Wohlgemerkt handelte es sich nicht um eine absolute Expertenposition, von der lediglich eine Hand voll österreichweit gesucht werden, sondern um eine Leitungsposition im Rechnungswesen. Was sich in diesem Beispiel in einer sehr extremen Art und Weise gezeigt hat ist jedoch ebenfalls eine wichtige Grundregel bei Inseratbewerbungen und zwar gilt Quantität vor Qualität.

Das bedeutet es ist wenig hilfreich sich auf alle möglichen Jobs zu bewerben. Das schützt davor unnötige Absagen zu kassieren und damit das eigene Selbstbewusstsein unnötig zu schwächen und vielleicht auch noch deshalb in ein Motivationstief zu fallen.

Erfolgsgeheimnis Networking

In puncto Networking verhält es sich dann eher umgekehrt und es darf dann wiederum bei den meisten New/Outplacement Kundinnen lieber etwas mehr als weniger sein. Also lieber einen Kontakt mehr als weniger knüpfen, denn auf den ersten Blick ist nicht immer ersichtlich wohin der jeweilige Kontakt einen noch führen kann.

Denn zumeist sind die Kontakte zweiten Grades, also der Freund vom Freund, die eigentlich hilfreichen. Der Idealfall ist natürlich wenn die New Placement Kundin ihr Netzwerk bereits über die Jahre aufgebaut und die persönlichen Kontakte gut gepflegt hat. Das ist jedoch die Ausnahme. Die meisten New Placement Kundinnen beginnen erst in der Zeit der Jobsuche mit dem Aus- bzw. Aufbau ihres Netzwerkes.

Ein gutes Kontaktnetzwerk ist in jedem Fall das Geheimnis einer erfolgreichen Karriere. Immerhin werden in Konzernen ca. ein Drittel und in Klein- und Mittelbetrieben sogar die Hälfte aller Jobs ohne Inserat vergeben. Es gibt hier zwar keine verlässliche Benchmarkzahl, gefühlt dürfen es dann schon fünf Kontaktaufnahmen zu bestehenden oder neuen Kontakten pro Woche sein.

Und übrigens eine positiv beantwortete Kontaktanfrage über Xing oder LinkedIn bedeutet nicht automatisch den Kontakt auch nutzen zu können. Dazu ist im Normalfall dann schon auch ein gewisser Austausch via Mail oder Telefon notwendig. Das ist nämlich das eigentliche Networking und wird jedoch manchmal gerne vergessen.

Hier gilt dann ebenfalls wieder Qualität vor Quantität. Und wenn einem die Networking-Götter besonders gewogen sind, dann geschieht es manchmal, dass sie bei einem Kontakt landen, der besonders viele Verknüpfungspunkte zu einer bestimmten Branche hat.

Das sind sehr oft Berater, die sich mit vielen unterschiedlichen Entscheidungsträgern in einer Branche regelmäßig austauschen und über sehr wichtiges Insiderwissen verfügen. So genannte Super Spreader, um diesem Wort auch mal eine positive Bedeutung zu geben, sind nicht immer leicht zu finden.

Eine Möglichkeit besteht darin, sich die unterschiedlichen Branchenevents mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Auf denen finden sich sehr oft Gastredner, die möglichweise den Schlüssel zur jeweiligen Branche in ihren Händen halten könnten. Und der Besuch einer solchen Veranstaltung lässt sich ja in der aktuellen Situation auch ganz bequem im Hawaiihemd von zu Hause aus erledigen.

Gutes Gelingen!

Michael Hanschitz

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