Bei Downsizing Projekten stehen zu Recht die Betroffenen im Fokus. Schließlich und endlich trifft sie diese Entscheidung am Härtesten. Jedoch sind sie nicht die Einzigen, die darunter zu leiden haben. Nicht umsonst verdreichfacht sich das Burn-out Risiko unter ManagerInnen während dieser Zeit. Personalabbau ist also nicht nur ein äußerst schwieriges Unterfangen, sondern kann mitunter auch gesundheitsgefährdend sein. „Jetzt bin ich schon so lange als HR-Manager tätig und ich habe noch immer schlaflose Nächte vor einem Trennungsgespräch“ sagte ein erfahrener HR-Manager im Sparringgespräch zu mir.

Das war bevor er gemeinsam mit seinen Führungskräften einen riesiges Downsizing-Projekt abzuwickeln hatte.

In seinem Fall war es schon das zweite Großprojekt innerhalb von zehn Jahren. Es lässt sich also getrost sagen, dass die notwendige Erfahrung jedenfalls in ausreichendem Umfang vorhanden war. Die Anspannung bleibt trotz alledem erhalten. Es wäre ja sehr bedenklich wenn es anders herum wäre - gibt es wohl kein Thema im Wirtschaftsalltag, welches die Gemüter mehr erhitzt als dieses.

Das bestätigt uns auch die Wissenschaft. Auf der Social Readjustment Rating Scale, das ist eine international anerkannte Stressskala, rangiert der Verlust des Arbeitsplatzes auf dem achten Platz. Weniger beachtet, aber deshalb nicht weniger wichtig sind die Positionen 15 und 18 auf derselben Skala.

Beide stehen für gravierende Veränderungen im Arbeitsalltag und sind somit für die ausführenden ManagerInnen, insbesondere HR-ManagerInnen, relevant. Ein erhöhter Stresslevel kann also in Kombination mit anderen Lebensereignissen erwiesenermaßen sehr schnell gesundheitsgefährdend werden.

Bei Projektstart „gut aufgestellt“ sein

Große Downsizing Projekte brauchen selbstredend eine professionelle Vorbereitung – das leuchtet mittlerweile jedem ein. Und in den letzten Jahren hat der Professionalisierungsgrad diesbezüglich zugenommen, auch wenn es immer noch Ausreißer gibt, die dann im schlimmsten Fall ein mediales Disaster für das jeweilige Unternehmen zur Folge hatten.

Das entscheidende in dieser Situation ist vor allem für HR-ManagerInnen nicht nur über die notwendigen Projektmanagement-Skills zu verfügen, sondern die individuelle Vorbereitung auf die kommenden Wochen und Monate.Ganz besondere Brisanz erhält das Ganze, wenn HR-ManagerInnen langjährige KollegInnen freisetzen oder am Ende des Tages ihren eigenen Job einsparen sollen. Die Vernunft sagt einem natürlich, dass es nicht anders geht, als die ganze Sache durchzuziehen.

Schließlich wird es sehr oft als die einzige Möglichkeit dargestellt wie das Unternehmen in Zukunft überleben kann. Die emotionale Seite der Medaille sieht allerdings ganz anders aus. Gefühle wie Angst, Zorn oder Trauer lassen sich nicht so einfach wegrationalisieren. Um das alles gut zu verarbeiten braucht es in dieser Zeit einen professionellen Austausch, um diese verwirrende Situation gut aufzulösen.

In meinen New/Outplacement-Sparringgesprächen gelingt das sehr gut, indem man das Ereignis in einer systemischen Aufstellung vorwegnimmt. Bei dieser besonderen Methode erhalten die HR-ManagerInnen erstmals eine Außensicht auf das komplexe Thema.

Das erleichtert erstmals ungemein und Leichtigkeit ist gerade in Veränderungssituationen, wenn sie gut gelingen sollen, ausgesprochen wichtig. In weiterer Folge können in dieser Außensicht auch sehr schnell problematische Beziehungsmuster im gesamten Projekt sichtbar gemacht werden.

Ein Dauerbrenner ist natürlich der Umgang mit dem Betriebsrat, weil hier sehr oft Spannungen auftauchen. Eine eigene Verhaltensänderung kann allerdings oftmals Wunder bewirken oder zumindest garantieren, dass die eigene Gesundheit in den bevorstehenden Gesprächen nicht darunter zu leiden hat.

Das betrifft gleichermaßen auch alle anderen Konversationen, denn davon gibt es während in der Projektphase mehr als genug. Eine Daumenregel im New/Outplacement besagt, dass sich der Kommunikationsaufwand während dieser Zeit verdrei- bis fünffachen sollte. Die menschliche Natur neigt jedoch zum Gegenteil, da wir unangenehmen Situationen liebend gerne aus dem Wege gehen.

Da ist es dann umso verständlicher wenn sich Führungskräfte verstärkt in ihrem Büro verschanzen und es soweit wie möglich vermeiden mit ihren MitarbeiterInnen ins Gespräch zu kommen, was wiederum die Gerüchteküche befeuert, was sich wiederum auf die Produktivität auswirkt und somit auf die direkte Zukunft des Unternehmens und so weiter und so weiter.

Und damit wären wir dann auch schon beim nächsten Punkt und der sehr oft übersehenen Gruppe der Bleibenden in Downsizing-Projekten. Aber dazu mehr im nächsten Artikel.

Bleiben Sie gesund und gutes Gelingen!

Michael Hanschitz

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Basierend auf 8 Bewertungen

Outplacementberatung e.U. - New Placement - Karrierecoaching
5.0
8Rezensionen
Profilbild von Robert K.
vor 10 Monaten
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 11 Monaten
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von markus l
vor 11 Monaten
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor einem Jahr
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von Wolfgang Hollauf
vor 3 Jahren
Also mich hat mein Jobverlust wirklich sehr überraschend getroffen und ich wusste garnichts über Outplacement und war dementsprechend skeptisch. Die Beratung hat mich dann erstmal super aufgefangen. Das Profiling gleich am Anfang hat mir gleich mal wieder Auftrieb gegeben und ich bin sehr rasch wieder aktiv geworden. Vor allem hätte ich ohne Beratung instinktiv ganz anders auf meine Situation reagiert, da waren die Profis einfach super für mich. Die Beratungszeit hat mir persönlich auch noch viel mehr als nur Wissen um Interview/Bewerbungen etc. gebracht – es war rückblickend eine persönliche Weiterentwicklung für mich, das war ein zusätzlicher Mehrwert!!! Alle waren sehr professionell und fachlich super. Danke. Wolfgang Hollauf (CFO)
Wolfgang Hollauf