Die Definition eines Traumjobs beinhaltet, dass man davon Leben kann. Wie hoch das Gehalt ausfällt, entscheidet sich auch in den Gehaltsverhandlungen. Im Angesicht des vielleicht wahr werdenden Traumjobs verliert jedoch so mancher Bewerber die Nerven. Eine New Outplacement Kundin schreibt mir eine dringende Nachricht, sie habe zwei Jobinterviews vor sich und möchte sich vor allem auf den Gehaltsverhandlungspart gemeinsam vorbereiten.

In beiden Gesprächen geht es um Senior Positionen. Beide Jobs sind interessant für sie, aber einer hat definitiv Traumjobpotenzial. Auf die erste Frage wie viel sie selbst eigentlich verdienen möchte antwortet sie: „Es ist mir vollkommen egal wie viel ich verdiene, die Hauptsache ist ich bekomme jetzt die ausgeschriebene Stelle in dieser Firma." Das ist natürlich die optimale Ausgangsposition für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung, allerdings ausschließlich von Seiten des Unternehmens und weniger die für die Bewerberin.

Das Mind-Set für die Verhandlung

Über Geld spricht man nicht. So lautet ein altbekannter Glaubenssatz, der sehr erfolgreich von Generation zu Generation weitergegeben wird. Unsere Glaubenssätze sind Teil unserer Haltung zur Welt bzw. unseres Mind-Sets und in vielen Alltagssituationen handlungsleitend und auch sehr hilfreich für uns.

Beispielsweise kann uns dieser in unserem gesellschaftlichen Umgang uns vor so manch peinlichem Fauxpas bewahren, jedoch im Kontext einer Verhandlungssituation sehr kontraproduktive Auswirkungen zeitigen. Er trägt neben anderen dazu bei, dass wir uns bei Gehaltsverhandlungen beginnen, unwohl zu fühlen.

Viele New-Outplacement-Kunden berichten davon, sie würden diesen Teil des Interviews am liebsten so schnell wie möglich hinter sich bringen. Dabei ist es gerade an diesem Punkt wichtig so fokussiert und ausdauernd wie möglich zu bleiben. Deshalb sollte das eigene Mind-Set sozusagen verhandlungstauglich gemacht werden. Dazu ein kleines Experiment:

  • Im ersten Schritt schreiben Sie ihren hinderlichen Glaubenssatz auf ein Kärtchen und begeben sich damit in ein imaginäres Labor. Das lässt sich ganz leicht mit einem Kärtchen am Boden simulieren. Im sogenannten Labor sammeln Sie unterschiedliche Ideen für eine Änderung Ihres hinderlichen Glaubenssatzes und notieren diese auf einem Blatt Papier.
  • Danach wählen Sie eine Variante aus, mit der Sie sich in einer Verhandlungssituation am wohlsten fühlen. Das können Sie sehr leicht überprüfen indem Sie die veränderten Sätze vor dem Spiegel wiederholen und darauf achten, welcher die beste Wirkung auf Sie hat.
  • Dieser wird dann Teil ihres neuen Verhandlungs-Mind-Sets. Das Experiment lässt sich so oft wie nötig auch noch mit anderen Glaubenssätzen wiederholen, die in einer Gehaltsverhandlung negative Wirkung haben.
  • Im letzten Schritt sollten Sie noch Ihren hinderlichen Glaubenssatz zu Grabe tragen. Dazu schaffen Sie sich einfach ihren imaginären Friedhof im Raum und legen das Kärtchen mit dem hinderlichen Glaubenssatz dann dort ab.

Den eigenen Wert festlegen

Mit dem passenden Mind-Set ist die Basis für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung schon mal gelegt. Jetzt geht es noch darum, den eigenen Wert zu bestimmen sowie eine Einschätzung vorzunehmen, wie viel das Unternehmen bereit ist, für die ausgeschriebene Position zu bezahlen.

Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Forderung wirken auf das Gegenüber unseriös. Ein guter Ausgangspunkt für die Selbsteinschätzung ist das Letztgehalt sowie die eigene Zufriedenheit damit. Das Gehalt ist zwar kein Motivationsfaktor, allerdings kann eine zu niedrige Bezahlung sehr schnell demotivierend wirken, egal wie hervorragend andere Rahmenbedingungen (Unternehmensimage, Aufgabe, Kollegen, sonstige Benefits) auch sein mögen.

Ein Traumjob inkludiert auch ein dementsprechendes Traumgehalt. Daran führt kein Weg vorbei und das gilt es im nächsten Schritt auch noch herauszufinden. Die Jobinserate stellen in diesem Fall zumeist nur eine sehr unergiebige Informationsquelle dar, da Unternehmen in den letzten Jahren dazu übergegangen sind, nur mehr das kollektivvertraglich Mindestgehalt anzugeben.

Das mag in einigen Branchen und bei so manchen Einstiegspositionen zwar annähernd dort liegen, hat jedoch vor allem bei Senior Positionen und Führungsjobs so gut wie gar keine Aussagekraft mehr. Über diverse Gehaltsvergleichsrechner und Studien erhält man schon mal eine erste Vermutung in welche Richtung es gehen könnte.

Entscheidend ist natürlich die Branche in welcher das Unternehmen tätig ist. Die Unterschiede können bei bis zu 30 Prozent für ein und dieselbe Position liegen. Last but not least die Unternehmen selbst. Das interne Gehaltsschema wird sehr stark von der Firmenkultur beeinflusst und derartige Informationen werden, zumindest in Österreich, so gut wie nicht öffentlich gemacht.

Um an derartige Insiderinformationen heranzukommen ist es wichtig, das eigene Netzwerk zu aktivieren. In der Regel findet sich darin immer jemand, der schon mal mit dem Wunschunternehmen zu tun hatte oder sich vielleicht selbst dort beworben hat. Und hier schließt sich der Kreis dann sehr oft, weil, Sie haben es richtig erraten: Über Geld spricht man nicht - oder jetzt schon?

Gutes Gelingen

Michael Hanschitz

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