Wie Corona den Weg zum Traumjob verändert

Mittlerweile sind BewerberInnen, RecruiterInnen und Unternehmen im Covid 19 Modus angekommen. Wie sieht das Ganze jetzt aus und wie hat sich der Weg zum Traumjob in den letzten Wochen verändert?

Jobinserate gibt es weiterhin und in einigen Branchen und für manche Position haben sie sogar zugenommen, wenngleich sie natürlich in Summe weniger geworden sind. Die RecruiterInnen haben in Windes Eile auf Home-Office umgestellt und preisen in den sozialen Medien die neuen Arbeitsweisen an.

Jobinterviews werden weiterhin geführt, eben ein bisschen anders als davor. Telefoninterviews und Online-Meetings haben exponentiell zugenommen, persönliche Treffen finden mit Abstand und Desinfektionsmittelgeruch allerhöchstens in der letzten Bewerbungsrunde statt.

Den Bewerbungsunterlagen konnte nicht einmal Covid 19 etwas anhaben, weil Lebensläufe und Anschreiben sehen auch in der Krise aus wie eh und je. Die einzigen, um die es wirklich ruhig geworden ist in den letzten Wochen sind die Head Hunter, aber die besetzen ja ohnehin nur 3% aller Positionen am Arbeitsmarkt. Klingt also alles ganz normal, oder?

Neue Lebensstrukturen etablieren

Was sich wie selbstverständlich liest, ist für die meisten dann doch ein gehöriger Kraftakt geworden, der vor allem energetisch seine Spuren hinterlassen hat. Bewerbungsaktivitäten fanden ja per se schon Großteils von zu Hause aus statt und BewerberInnen haben sich zumeist eine passende Alltagsstruktur zurecht gelegt.

Diese hat sich aber in den letzten Wochen vor allem durch die Schulschließungen radikal verändert. Das trifft vor allem AlleinerzieherInnen besonders hart, da ja die Eltern und Freunde als Babysitter jetzt erst mal ausgefallen sind. Eine neue Struktur ist hier auch nur schwer zu etablieren, da oft auch die notwendige Energie und Zeit fehlt.

Deshalb ist oft besser jetzt die die Bewerbungsaktivitäten zurückzuschrauben und sich nicht unter Druck zu setzen. Sobald es dann möglich ist die Kinder wieder tageweise in die Schule zu geben kann auch wieder durchgestartet werden. Anders schwierig ist es, wenn auch der Partner jetzt aus dem Home-Office arbeitet, berichten manche New Placement Kundinnen.

Die Betreuungsverpflichtung wird zumeist sehr schnell auf den Partner abgewälzt, der gerade auf Jobsuche ist. Das erscheint dann oft auch das Naheliegendste. Allerdings ist es auch in Krisenzeiten wichtig und auch angebracht die eigene Karrierezukunft nicht aus dem Blick zu lassen.

Man darf nicht vergessen, dass so mancher Erfolg in der Geschichte der Menschheit aus einer Krise geboren wurde. Also warum nicht auch Ihr zukünftiger Traumjob. Deshalb ist es wichtig das Gespräch mit dem Partner zu suchen, um die neue gemeinsame Struktur auszuhandeln.

Guerillabewerbungsstrategien entwickeln

Wenn die Rahmenbedingungen sich mal gefestigt haben, Flexibilität wird dabei allerdings die Gunst der Stunde bleiben, finden sich viele in einer sehr veränderten Bewerbungswelt wieder. Die Anzahl der Jobinserate hat in der Regel einfach abgenommen und das bedeutet auch dass die Anzahl der eigenen Bewerbungen auch abnimmt.

In diesem Fall entwickle ich mit meinen New Placement KundInnen gerne eine sogenannte Guerillabewerbungsstrategie. War es vor der Krise beispielsweise schwierig so manche wichtige Kontaktperson oder auch den einen oder anderen HR-Manager persönlich ans Telefon zu bekommen, so kann sich das jetzt schlagartig geändert haben.

Manchen ist ein persönlicher Austausch am Telefon derzeit sogar sehr willkommen. Der verdeckte Arbeitsmarkt kann über Networking weiter intensiv bearbeitet werden, auch in Branchen, die derzeit am Boden liegen kann einerseits jetzt schon Vorarbeit geleistet werden, wenn es wieder bergauf geht.

Vielleicht findet sich sogar eine neue Rolle, in der man sich an dem Neustart der Branche mit eigenem Know How beteiligen kann. Supply Chain Management könnte in nächster Zeit ein Top-Thema werden.

Mit einigen meiner New Placement KundInnen suche ich derzeit danach die eigenen Kompetenzen in neuen Rollen zu entfalten. Beispielsweise ist Außendienst im Vertrieb derzeit vielleicht kein Thema, allerdings könnten Menschen, die gut im Kontakten sind, jetzt im Online- oder Telefonverkauf reüssieren.

Neue Interviewform üben

Die wohl größte Veränderung im Bewerben hat sich in puncto Interview in den letzten Wochen vollzogen. Bewerbungsgespräche finden derzeit hauptsächlich via Telefon oder Remote (Skype, Zoom) statt. Das war zwar auch in der Vergangenheit schon durchaus üblich, da vor allem bei größeren Unternehmen das Erstgespräch oftmals über das Telefon stattgefunden hat.

Jedoch haben sich auch die persönlichen Interviews drastisch reduziert. Wenn überhaupt finden sie jetzt erst in der dritten Bewerbungsrunde statt. Für manche New Placement Kundinnen ist die neue Interviewform noch gewöhnungsbedürftig. Eine Herausforderung im Remote-Interview ist es via Kamera mit dem Recruiter eine gute Verbindung aufzubauen.

Wo einem ansonsten der ganze Körper mit Mimik und Gestik zur Verfügung steht ist nur mehr der Kopf und die Augen übrig. Oftmals ist man dazu verleitet den Blick bei schwierigen Fragen längere Zeit abzuwenden, weil einem das Gegenüber fehlt. Gerade das ist aber auch vor der Kamera enorm wichtig. Da kann ein Probeinterview gut weiterhelfen.

Apropos Interviewfragen: Selbstverständlich spiegelt sich die aktuelle Krise auch hier wieder und mögliche Fragen könnten beispielsweise sein wie sie die zukünftige Entwicklung ihrer Branche im Anbetracht der Krise sehen oder wie welche Änderungen sich durch Covid 19 für das Business Modell ergeben etc.? Die Beantwortung dieser Fragen kann derzeit ein sogenannter Big Point sein und im Interview den Ausschlag am Weg zu Ihrem Traumjob geben.

Gutes Gelingen!

Michael Hanschitz

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