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Auf zum Traumjob Folge XXXXIV: Unmoralische Traumjobs

Ein Thema, welches viele Menschen bei der Jobauswahl umtreibt ist die Frage inwieweit der Beitrag den sie beruflich leisten wollen einen positiven Mehrwert für die Gesellschaft hat bzw. zumindest keine negativen Auswirkungen auf selbige zeitigt. Wir alle kennen Branchen, die in unserer Gesellschaft mehr oder weniger angesehen sind. Helfende Berufe sind in diesem Ranking so gut wie immer an erster Stelle. Dazu zählen die Gesundheits- und Sozialberufe wie beispielsweise Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Therapeuten, Coaches, Sozialarbeiter etc..

Aber auch Bildungsberufe wie Professoren, Pädagogen stehen in dieser Hinsicht hoch im Kurs, ebenso wie Feuerwehrleute oder seit einiger Zeit auch wieder Handwerksberufe. Auf der negativen Seite unseres Moralempfindens befinden sich Jobs in Branchen wie der Waffenproduktion, Tabakindustrie oder der Hochfinanz.

Diese Wirtschaftsbereiche werden vom gros der Bevölkerung als unethisch gewertet. Aber lässt sich das tatsächlich so einfach kategorisieren bzw. handelt der Mensch, der dort arbeitet wirklich unmoralisch?

Nur pflichtgeleitetes Handeln ist gut

Kant meint, dass nur der gute Wille von allen menschlichen Tugenden wirklich gut ist. Und alle Handlungen, die daraus abgeleitet entstehen, bringen zwangsläufig dann auch gutes in die Welt und sind demnach moralisch.

Handlungen, die hingegen ursächlich auf unseren Neigungen oder Bedürfnissen fußen bergen immer die Gefahr in sich unmoralisch zu sein. Laut Kant ist einzig die Intention einer Handlung dafür ausschlaggebend wie sie zu bewerten ist. Das oberste Gesetz zur Bewertung des Tuns ist der berühmte kategorische Imperativ. Es geht Kant allerdings lediglich um die Bewertung der Intention.

Was am Ende dabei rauskommt ist für ihn zweitrangig. Angewandt auf die Berufswelt wäre somit jeder Job, der nicht ausschließlich aus gutem Willen getan wird, sondern weil der- oder diejenige damit Geld verdienen möchte oder ein ausgeprägtes Talent um seiner selbst Willen nutzt, automatisch unmoralisch.

Beziehungsweise lässt es sich schlicht und einfach nicht feststellen mit welchen Hintergründen ein Mensch seiner gewählten Tätigkeit nachgeht. Die Verleihung von Geld, um damit Rendite zu erzielen wäre demnach ebenso unethisch, egal ob damit die Möglichkeit geschaffen wird, dass jemand sich damit ein eigenes Geschäft aufbaut und selbst an Wohlstand hinzugewinnt. Mikrokredite würden also streng genommen ebenfalls darunter fallen.

In einem kapitalistischen System greift dieser sogenannte pflichtethische Bewertungsmaßstab wohl zu kurz. Zum einen weil eben niemals wirklich überprüfbar ist, welche Intention einer Handlung tatsächlich zu Grunde liegt und zum anderen durchaus erwünschte Entwicklungen als unmoralisch gelten würden.

Eine andere Möglichkeit wäre es nicht nur die Interntion der Jobausübung ins Auge zu fassen, sondern sich nur auf die Resultate zu beziehen, die mit dem jeweiligen Tun gesellschaftlich erzielt werden. Unter diesem Gesichtspunkt kann laut einigen Friedensforschern selbst der Waffenproduktion ein gesellschaftlicher Nutzen abgewonnen werden.

Nämlich weil diese angeblich zur Friedenssicherung beiträgt oder weil damit Freiheit erkämpft werden kann. Ebenso könnte man ja der Tabakbranche nachsagen, sie bringe, vorausgesetzt die Menschen würden hauptsächlich verantwortungsvoll konsumieren, Entspannung und Wohlbefinden in die Welt.

Selbstredend werden diese Branchen wohl trotzdem nie als moralisch empfunden werden, aber sie würden in der Moralskala wohl etwas weiter nach oben rutschen. Und nichts desto trotz existieren sie ja und sind Teil unserer Welt.

Bei allen philosophischen Überlegungen darf niemals vergessen werden, dass die Moral außerdem immer auch ein Kind des Zeitgeistes bleibt. Gerade die aktuelle Klimakrise wirft wieder ein neues Licht auf bisher durchaus akzeptierte Tätigkeitsfelder.

So ist ja bereits absehbar, dass in Zukunft so ziemlich alles was mit CO2 Ausstoß direkt oder indirekt zu tun hat in der gesellschaftlichen Akzeptanz absinken wird. Und Berufe in erneuerbaren Energien wird eine immense Aufwertung wiederfahren.

Selbstredend kann nicht jeder von heute auf morgen seinen Job an den Nagel hängen und in einer Industrie anfangen, die jetzt mal gerade en vogue ist. Das leuchtet wohl dem radikalsten Klimaaktivisten ein. Was bleibt dem Einzelnen also übrig in Anbetracht so fundamentaler gesellschaftlicher Veränderungen, die immer schneller von statten gehen.

Einzelentscheidung versus fragende Haltung

„Eine Dorfgemeinschaft kann nur verändert werden, wenn du tatsächlich darunter lebst“ sagte Michael Pichler, der sich mit seinem Zero Project Management der Verbesserung der Arbeitsbedingungen von eingeschränkten Menschen verschrieben hat, in einem Gespräch zu diesem Thema unlängst zu mir.

Naturgemäß bringt jeder Mensch, die ihm wichtigen Werte in den jeweiligen Kontext ein, in dem er tätig ist. Gemessen daran verblasst das Momentum einer Entscheidung für oder gegen einen Job bzw. eine Branche, sofern es diese Wahlmöglichkeit überhaupt gab.

Karrieren entwickeln sich ja nicht nur bewusst, sondern bei vielen führt eins zum anderen. Und die Chance, die vielleicht in einer Branche entsteht, hätte es ganz einfach nirgend wo anders gegeben.

Deshalb ist es meines Erachtens nicht damit getan, sich nur bei der Entscheidung für einen Job oder eine Branche, die Frage der Moral zu stellen. Es geht ebenso darum unsere tagtäglichen Handlungen und Intentionen zu kritisch zu hinterfragen. Dort wo wir nun mal gerade sind. Und da empfehle ich meinen New/Outplacement-Kund:innen sich immer wieder folgende Fragen zu stellen und zwar:

  • Was ist die dahinterstehende Intention meiner Handlung?
  • Lässt sich aus einer Handlungsoption eine gewollte Maxime für alle Menschen ableiten?
  • Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat mein Tun letzten Endes?

Auf diese Art und Weise gelingt es Schritt für Schritt einen guten moralischen Kompass zu entwickeln und moralisches Handeln steigert nicht nur die Jobqualität, sondern bewahrt selbst Menschen in moralisch integeren Branchen vor der einen oder anderen Fehlentwicklung.

Gutes Gelingen

Michael Hanschitz

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Michael Hanschitz klein

Kontakt

Mag.(FH) Michael Hanschitz
+43 1 997 80 74
mh@outplacementberatung.co.at

Buchveröffentlichung

Buchcover Menschen fair Behandeln von Michael Hanschitz

Ankündigungen

1 x monatlich
"Auf zum Traumjob-Kolumne"
in der Online-Presse (jede dritte Woche) 

Killt Corona meinen Traumjob!
26.01.2022 um 18:00
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Basierend auf 11 Bewertungen

Outplacementberatung - New Placement - Karrierecoaching
5.0
11Rezensionen
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor 3 Jahren
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von markus l
vor 2 Jahren
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Robert K.
vor 2 Jahren
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 2 Jahren
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von Anita Obermann
vor einem Jahr
TOP! Sehr empfehlenswert! Mit dem tiefen Wunsch nach beruflicher Veränderung und Neuorientierung wurde ich sehr professionell mit vielen Inputs, Tipps uvm. auf meinem Weg begleitet. Das Coaching verändert nicht nur die berufliche Laufbahn positiv. Sehr sympathisch, empathisch und lösungsorientiert! DANKE!
Anita Obermann