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Auf zum Traumjob Folge XXXXII: Motivationsschreiben quo vadis?

Das Motivations- oder Bewerbungsschreiben ist seit jeher Bestandteil der klassischen Bewerbungsunterlagen. Weniger formal als der Lebenslauf diente es immer dazu, der eigenen Bewerbung einen individuelleren Touch zu verleihen. Aktuell stellt sich jedoch zunehmend die Frage, inwieweit es heute noch sinnvoll ist, eines zu verfassen. In jedem Bewerbungstraining oder Karrierecoaching ist das Verfassen eines Bewerbungsschreibens ein unbestrittener Fixpunkt.

Ein gutes Motivationsschreiben zu verfassen, ist sprachlich für viele eine ungemeine Herausforderung. Nicht umsonst greifen deshalb Bewerber:innen gerne auf die copy-paste- Variante zurück. Möglicherweise ist es genau diese Entwicklung, welche das Bewerbungsschreiben in den letzten Jahren so in Verruf gebracht hat.

In einer Blitzumfrage unter sieben HR-Manager:innen von Top österreichischen und internationalen Markenunternehmen kam genau von einem die Rückmeldung, dass ja zumeist nur „herauskopierte Phrasen verwendet werden“, die mit dem/r Bewerber:in in der Regel absolut nichts zu tun haben. Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage, inwieweit es sich noch lohnt ein Motivationsschreiben zu verfassen und wenn ja wie es denn gestaltet sein sollte?

Was kommt alles ins Bewerbungsschreiben?

„Alles, was im Lebenslauf steht, braucht nicht ins Motivationsschreiben“, ist die erste Grundregel, die ich auch meinen New/Outplacement-Kandidat:innen empfehle. Primär dient es dazu, die Persönlichkeit der Bewerber greifbar zu machen, während im Lebenslauf die berufliche Erfahrung sowie die formalen Qualifikationen sichtbar gemacht werden.

Deshalb sollte das Bewerbungsschreiben ja aktuell eigentlich an Wertigkeit gewinnen, da genau die persönlichen Stärken heute immer mehr an Bedeutung gewinnen. Culture Match geht vor Skill Match, wird immer wieder behauptet. Vier von sieben HR-Manager:innen geben an, drei machten keine Angaben dazu, je höher die Position, desto mehr Gewicht nimmt das Schreiben im Bewerbungsprozess ein und wird laut Angabe dann von allen auch gelesen.

Eine weitere Empfehlung an meine New/Outplacement-Kandidat:innen lautet im Schreiben nur Kompetenzen anzuführen, welche tatsächlich zur eigenen Person passen und in weiterer Folge dann authentisch im Bewerbungsgespräch vertreten werden können.

Ein Missmatch zwischen Person und Unterlagen ist ebenso fatal wie eine Nichtpassung von Unterlagen und Inserat. Viele Bewerber:innen verfassen ihre Unterlagen, ohne auf das Stelleninserat zu achten. Das mag in den Fällen egal sein, wo in den Inseraten ebenso nur allgemeine Phrasen abgedruckt werden, aber nicht, wenn sie von der HR-Abteilung wohlüberlegt wurden.

Die sprachliche Formulierung stellt mitunter die schwierigste Herausforderung dar und deshalb empfiehlt es sich hier jedenfalls Feedback einzuholen, am besten beim Profi. Wenn kein Profi zur Verfügung steht, dann gibt es sicherlich den einen oder anderen sprachbegabten Freund, der hier aushelfen kann.

Denn alle HR-Manager:innen geben an, dass Grammatik und Rechtschreibfehler für sie absolute No go’s sind. Als weitere Kardinalfehler werden die Angabe des falschen Firmennamen oder die Verwendung einer nicht passenden Anrede genannt. Bei Quereinsteiger:innen sowie Initiativbewerbungen hat das Motivationsschreiben ebenfalls ein größeres Gewicht, weil in diesen Fällen natürlich das Interesse der HR-Abteilung geweckt wird, warum die Bewerber:innen diesen Schritt unternehmen wollen.

Drei wichtige Warum’s im Bewerbungsschreiben

Inhalt und Struktur eines Motivationsschreibens folgen den Fragen, die die Bewerber damit beantworten wollen. Ich empfehle meinen New/Outplacement-Kandidat:innen immer nachfolgende drei Fragen einfließen zu lassen und zwar:

  1. Warum möchte ich für dieses Unternehmen arbeiten? Das sind oftmals sehr individuelle Gründe, die jedoch nur beantwortet werden können, wenn sich die Bewerber im Vorfeld mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Die Informationsquellen sind mannigfaltig, angefangen von der Webpage über die Produkte bis zur Werbung oder der Bekanntheit der Firma. Auch hier lohnt es sich nicht Phrasen zu dreschen, weil der traditionelle Familienbetrieb in Wien ist nun mal kein weltbekannter Markenkonzern, für den man schon immer tätig sein wollte.
  2. Warum interessiere ich mich für diese Position? Dazu gehört natürlich, wo das Interesse herrührt und warum gerade jetzt der passende Zeitpunkt dafür ist bzw. man jetzt den Job wechseln möchte. Das kann als Einstieg ins Motivationsschreiben dienen. Dieser Punkt hängt vor allem sehr stark mit der persönlichen Karriereentwicklung zusammen.
  3. Warum bin ich der/die Richtige? Das ist die eigentliche Kernfrage eines Motivationsschreibens, wo sich jeder Bewerber nach Lust und Laune austoben kann. Alle Kompetenzen, die einen für die Position empfehlen, werden an dieser Stelle angeführt. Superlative sind kontraproduktiv, aber ein erfrischender Schreibstil sind für jede HR-Abteilung eine willkommene Abwechslung im Recruitingalltag. So können Bewerber, die schon häufiger Job gewechselt haben, ruhig frech mit der Überschrift: "Finden Sie, ich bin ein Jobwechsler?" starten.

Die Form des Schreibens selbst kann heute völlig frei gewählt werden. Viele halten sich noch immer an die Briefform, was doch ein wenig antiquiert wirken kann, da es ja nicht mehr als Brief verschickt wird. Außer vielleicht man bewirbt sich beim Rechtsanwalt, dann kann es eventuell noch Sinn machen.

Viele Bewerber schreiben den Inhalt einfach ins E-Mail. Durch den Entwurf eines eigenen Briefkopfs bekommt das Schreiben wieder eine individuellere Note und fällt natürlich eher auf. In Summe hat das Motivationsschreiben an Wichtigkeit verloren, wird aber gerade bei höheren Position immer noch gelesen und kann im Zweifelsfall das Zünglein an der Waage zum nächsten Traumjob sein.

Gutes Gelingen!

Michael Hanschitz

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Michael Hanschitz klein

Kontakt

Mag.(FH) Michael Hanschitz
+43 1 997 80 74
mh@outplacementberatung.co.at

Buchveröffentlichung

Buchcover Menschen fair Behandeln von Michael Hanschitz

Ankündigungen

1 x monatlich
"Auf zum Traumjob-Kolumne"
in der Online-Presse (jede dritte Woche) 

Killt Corona meinen Traumjob!
26.01.2022 um 18:00
kostenloser Vortrag

Google Bewertung
5.0

Basierend auf 11 Bewertungen

Outplacementberatung - New Placement - Karrierecoaching
5.0
11Rezensionen
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor 3 Jahren
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von markus l
vor 2 Jahren
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Robert K.
vor 2 Jahren
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 2 Jahren
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von Anita Obermann
vor einem Jahr
TOP! Sehr empfehlenswert! Mit dem tiefen Wunsch nach beruflicher Veränderung und Neuorientierung wurde ich sehr professionell mit vielen Inputs, Tipps uvm. auf meinem Weg begleitet. Das Coaching verändert nicht nur die berufliche Laufbahn positiv. Sehr sympathisch, empathisch und lösungsorientiert! DANKE!
Anita Obermann