Jetzt ist es also schon wieder passiert und wir befinden uns mir nichts, dir nichts zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres im Lockdown. Die Wirtschaft wurde heruntergebremst, die Zahl der Jobsuchenden steigt kontinuierlich, die Schulen wurden geschlossen und zu den am meisten verwendeten Worten gehören wieder Homeschooling sowie Homeoffice.

So wirklich überrascht ist niemand, von manchen, so hatte man zumindest in Gesprächen den Eindruck, wurde dieser Zustand, ähnlich einer selbsterfüllenden Prophezeihung, beinahe herbeigesehnt. Jobsuchende trifft diese Maßnahme besonders hart und Durchhalteparolen sind absolut fehl am Platz – stellt sich also die berechtigte Frage wie soll es weitergehen?

Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier und das gilt auch für Krisensituationen. Beim zweiten Mal fällt einfach vieles leichter und das betrifft allen voran die innere Haltung zu sich verändernden Umfeldfaktoren.

Wenn es schon einmal gelungen ist sich darauf einzustellen, dann geht es beim zweiten Mal zumeist noch etwas schneller, weil wir ein Referenzerlebnis haben. Lerneffekte gibt es darüber hinaus zumeist auch schon mit der damit verbundenen Veränderung der eigenen Arbeitsstruktur im Homeoffice, besser gesagt im Homejobsearch.

Die Arbeitsteilung ist mit dem Partner zumeist schon ausgehandelt und der School-Lockdown hat sich sehr schnell als österreichische Lösung entpuppt, da die Betreuungszeiten für Schüler im Vergleich zum ersten Mal großzügiger genutzt werden können.

Tja, und wie beim ersten Mal wird es eben auch Gewinner- und Verliererbranchen geben. Welche, das ist mittlerweile sonnenklar, weil in manchen Branchen ist das Licht am Ende des Tunnels in weite Ferne gerückt. Das ist einerseits zwar sehr traurig. Allerdings hilft diese Klarheit gerade bei der Entscheidungsfindung wie es beruflich weitergehen soll vielen meiner Outplacement KundInnen enorm weiter.

Einen Unterschied macht es natürlich, wenn sich die persönliche Lage in der Zwischenzeit noch einmal drastisch verschlechtert hat. Dann besteht die Gefahr der eigenen Überforderung und es wichtig so schnell wie möglich zusätzliche Ressourcen zu aktivieren.

Keine Veränderung ohne Ressourcen

Denn die goldene Regel in Veränderungsprozessen lautet: „Es gibt keine Veränderung ohne Ressourcen“, egal wie attraktiv das Ziel auch sein mag. Von welcher Art diese Hilfestellungen sind, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.

Eine Empfehlung meine New/Outplacement-Kundinnen ist es auch in dieser Zeit weiterhin im Austausch mit dem eigenen Netzwerk zu bleiben oder zu kommen, bestenfalls mit Personen, die schon einmal ähnlich schwierige Zeiten erlebt haben. Eine ganz natürliche Reaktion in einer Bedrohungssituation ist nämlich sich voll und ganz zurückzuziehen, also quasi in die eigene gedankliche Höhle.

Dadurch verstärken sich aber die oft auftretenden negativen Gedankenspiralen. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, nach Positivmeldungen Ausschau zu halten bzw. sich gegebenenfalls danach aktiv auf die Suche zu begeben. Sehr schnell wird da aus einem: „Es ist ja überall Hiring-Freeze“ ein: „Wichtige Positionen werden auch jetzt besetzt.“

Das bestätigten zudem Gespräche mit HR-Managern seit Lockdown-Beginn. Derartiges wirkt stabilisierend, steigert die eigene Zuversicht und kann Negativspiralen durchbrechen.

Konsequent umlernen

Aber das fällt gar nicht so leicht, da gerade Jobsuchende oftmals von Negativmeldungen regelrecht angezogen werden und die Wahrnehmung negativer Ereignisse auch weitaus besser geschult ist die Wahrnehmung positiver Events.

Darauf wurden wir zumeist von Kindestagen an geschult, was gerade jetzt wenig hilfreich ist. Da heißt es konsequent umlernen. Wenn es denn partout gar nicht gelingen will und möglicherweise Schlafstörungen oder gar schlimmeres hinzukommen, ist es wichtig, sich das umgehend einzugestehen und sofort professionelle Unterstützung zu Rate zu ziehen.

Für die Traumjobsuche braucht es Balance!

Das ist jetzt die oberste Devise und in Anbetracht der Überreaktionen mit der wir es derzeit in unserer Gesellschaft zu tun haben, fällt dies dem Einzelnen natürlich besonders schwer.

Denn von diesem Ungleichgewicht bleibt niemand unberührt. Deshalb ist es wichtig jetzt aktiv daran zu arbeiten. Dazu empfehle ich meinen Outplacement KundInnen in den nächsten Wochen unter anderem sehr gerne nachfolgende Übung und zwar

  1. Erstellen Sie eine Liste der momentanen Tätigkeiten und Aktivitäten, die Ihnen besonders wichtig sind. Schreiben Sie wirklich alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt.
  2. Vergeben Sie im nächsten Schritt Punkte von 1 bis 10 für die Wichtigkeit der jeweiligen Sache oder Tätigkeit. An diesem Punkt ist es wichtig einerseits ehrlich und realistisch zu sein. Denn wenn bei allen Punkten ein Zehner steht wird dies wohl schwierig umzusetzen sein, ebenso verhält es sich, wenn Sie ausschließlich Einser vergeben.

Überlegen Sie also genau, was für Sie wirklich zählt, und weshalb es wichtig für Sie ist. Sie können auch Aktivitäten streichen, die Sie nur davon abhalten, sich konsequent dem für Sie wirklich Wichtigen zu widmen. Versuchen Sie bei Ihren Entscheidungen zu einer Ausgewogenheit zwischen Lust- und Realitätsprinzip zu kommen. Im Zweifelsfall empfehle ich meinen Outplacement KundInnen dem Spaßfaktor den Vorzug zu geben.

Die Liste kann in den nächsten Wochen immer wieder zur Hand genommen und je nach Lust und Laune adaptiert werden. Der Fokus liegt jetzt einzig und allein darauf im Gleichgewicht zu bleiben und das kann nur gelingen, wenn die dafür notwendigen Energien in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Gutes Gelingen

Michael Hanschitz

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Basierend auf 8 Bewertungen

Outplacementberatung e.U. - New Placement - Karrierecoaching
5.0
8Rezensionen
Profilbild von Robert K.
vor 10 Monaten
Zwar beruflich gut versorgt, keimt im letzten Drittel meiner Karriere der Wunsch nach grundlegender Veränderung. Michael hat die nötigen Impulse gegeben und seine Erfahrung an den richtigen Stellen einfließen lassen. Danke!
Robert K.
Profilbild von Werner Schwingshandl
vor 11 Monaten
Im Grunde wusste ich nichts über Outplacement. Auch nicht über solcherlei Beratungen oder Coachings. Schon beim ersten Treffen wurde ich äußerst positiv überrascht. Michael hat, so würde ich sagen, ein klares Auftreten, weiß was er zu tun hat, und wo er einen hinbringen muss, damit man wieder sein Glück findet. So auch bei mir. Klare Linie, gewusst und bewusst wie. So hatte ich nach kurzer Zeit alle Werkzeuge in der Hand um mich erfolgreich zu bewerben. Schon die erste Bewerbung war ein Erfolg. In meinem Alter und meinen Erfahrung nicht gerade leicht. Vielen Dank lieber Michael für Dein Coaching und Dein begleiten auf meinem Wege, auch wen wir ihn nur kurze Zeit gingen, aber das spricht für Deine Professionalität.
Werner Schwingshandl
Profilbild von markus l
vor 11 Monaten
Mit viel Einfühlungsvermögen und Professionalität hat mich Hr. Hanschitz sehr gut auf Interviews vorbereitet und meinem Lebenslauf und meinem Motivationsschreiben den letzten Feinschliff gegeben. Und wenn ich nach einer Absage etwas demotiviert bzw. verzweifwelt war hat er mich seelisch wieder aufgebaut. Vielen Dank! M.L. Head of Finance AE Schréder Österreich
markus l
Profilbild von Nikolaus Herzog
vor einem Jahr
Für mich waren die Gespräche mit Michael Hanschitz jedes Mal eine sehr große persönliche Bereicherung: Wir sprachen über Ängste genauso wie über die Arbeit, die es gilt anzupacken, um in der Neuorientierung voranzukommen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass er mich sehr gut einschätzte und genau wusste, was für mich als nächstes am sinnvollsten wäre. Seine Einladungen zur Reflexionsarbeit mit speziellen tools halfen dabei gut weiter. Mit Hartnäckigkeit gelang es ihm auch, wenn ich versuchte auszuweichen, mich dorthin zurückzuholen, worauf es ankam. Ich wusste nichts über die Größe und Wichtigkeit des verdeckten Arbeitsmarktes oder zeitgemäße Motivationsschreiben… Insgesamt eine sehr professionelle Begleitung, die mich an mein Ziel brachte - sehr zu empfehlen ! (N.Herzog, Controlling Leiter)
Nikolaus Herzog
Profilbild von Wolfgang Hollauf
vor 3 Jahren
Also mich hat mein Jobverlust wirklich sehr überraschend getroffen und ich wusste garnichts über Outplacement und war dementsprechend skeptisch. Die Beratung hat mich dann erstmal super aufgefangen. Das Profiling gleich am Anfang hat mir gleich mal wieder Auftrieb gegeben und ich bin sehr rasch wieder aktiv geworden. Vor allem hätte ich ohne Beratung instinktiv ganz anders auf meine Situation reagiert, da waren die Profis einfach super für mich. Die Beratungszeit hat mir persönlich auch noch viel mehr als nur Wissen um Interview/Bewerbungen etc. gebracht – es war rückblickend eine persönliche Weiterentwicklung für mich, das war ein zusätzlicher Mehrwert!!! Alle waren sehr professionell und fachlich super. Danke. Wolfgang Hollauf (CFO)
Wolfgang Hollauf