Auf zum Traumjob Folge XXIV: Traumjobwünsche ans Christkind

Der Wunschzettel ans Christkind ist ja in unseren Breitengraden sehr verbreitet und grundsätzlich gibt es ja keinerlei Spielregeln, was alles draufstehen darf und was nicht. So gesehen können natürlich auch Traumjob- und Karrierewünsche auf diese Art und Weise geäußert werden.

Ob dieselben dann auch in Erfüllung gehen, lässt sich wohl nur schwerlich feststellen. Jedenfalls fehlen evidenzbasierte Untersuchungen zu diesem Thema wohl gänzlich. Nichts desto trotz halten nicht nur Kinder gerne an derartigen Ritualen fest, weshalb sich also die berechtigte Frage stellt, inwieweit nicht trotzdem etwas an der Sache dran ist, oder besser gefragt: Wie müsste ein wirklich wirkungsvoller Wunschzettel denn eigentlich aussehen?

Unterschied zwischen Wünschen und Zielen

Ein Blick in den Duden bringt folgendes Ergebnis: Es ist ein Wunsch, ein Begehren, welches eine Person hegt oder äußert und dessen Erfüllung mehr erhofft, als durch eigene Anstrengungen zu erreichen gesucht wird.

Demnach liegt die Erfüllung eines Wunsches somit nicht im Einflussbereich eines Menschen und es ist deshalb durchaus sinnvoll, ihn ans Christkind oder, was in heutiger Zeit auch sehr beliebt ist, ans Universum zu adressieren. Mit Zielen sieht es in dieser Hinsicht hingegen anders aus.

In den vergangenen Jahrzehnten sind ja unzählige Anleitungen zum Thema Zielbildung entstanden. Eines haben viele von ihnen gemeinsam und zwar besteht ein gravierender Unterschied zum Wunsch vor allem darin, dass die Zielerreichung jedenfalls zu einem sehr großen Teil von einem selbst beeinflussbar sein sollte.

Selbst etwas dafür tun

Ob wir es mit einem Ziel oder Wunsch zu tun haben, lässt sich ganz leicht herausfinden und zwar stelle ich meinen New-Placement-KandidatInnen dazu die einfache Frage, was sie selbst alles dazu beitragen können, damit das erwünschte Ereignis eintritt.

Sind in der Antwort hauptsächlich eigene Handlungen enthalten, dann hat das Ganze mehr Zielcharakter, werden eher andere Personen dafür verantwortlich gemacht, kommt es wohl eher einem Wunsch gleich.

Das bedeutet allerdings überhaupt nicht, dass es nicht auch Helferlein benötigt, um ein Ziel zu erreichen. Es kommt mehr auf die Art der Helferlein an. Wenn mehr Engerl, Feen oder Zauberer am Werk sind, fällt es in die Wunschkategorie. Tauchen jedoch reale Personen wie Familie, Freunde, Kollegen auf befinden wir uns wieder mehr in der Zielkategorie. Die Grenzen verschwimmen zugegebenermaßen oft ein wenig.

Selbiges gilt übrigens für die möglicherweise am Weg auftretenden Hindernisse. So kann eine fehlende Ausbildung ein adäquates Hindernis zur Erreichung eines Karrierezieles darstellen, der Fluch der bösen Schwiegermutter hingegen steht wohl eher dem einen oder anderen frommen Wunsch im Wege.

Nur wenn es um die eigenen Ressourcen zur Zielerreichung geht, dann bleibt der Wunsch dem Ziel etwas schuldig. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass selbige bei der Wunscherfüllung so ganz und gar keine Rolle spielen. Eben deshalb, weil man ja in keinster Weise für die Erfüllung verantwortlich ist.

Und trotz der vielen Unterschiede gibt es doch zumindest eine Gemeinsamkeit. Schon von Kindertagen an wissen wir, dass der Wunschzettel ans Christkind geschrieben oder gemalt und mit einer Süßigkeit versehen, am Fensterbanker‘l platziert wird. Ziele sollten nämlich bestenfalls ebenso schriftlich festgehalten werden, aber wie?

Der Brief an mich

Meinen New-Placement-KandidatInnen empfehle ich, vor allem um die Weihnachtszeit einen Brief an sich selbst zu formulieren. Der Inhalt soll eine genaue Beschreibung ihrer beruflichen Situation in einem Jahr sein. Je konkreter diese Beschreibung des erwünschten Zustandes ausfällt, desto wirkungsvoller oder anziehender ist er für uns Menschen.

Im Grunde genommen schreibt man sich ein eigenes Drehbuch für seine berufliche Zukunft. Und in einem Drehbuch sind die Verhaltensweisen für die jeweiligen Schauspieler detailgetreu festgehalten. Wichtig ist nur, dass wir dabei in jedem Fall die Hauptrolle einnehmen.

Wenn es schwerfallen sollte, dieses Zukunftsbild zu entwerfen, weil es zu sehr von der aktuell vielleicht herausfordernden Situation verschüttet ist, dann hilft es sich selbst die Wunderfrage zu stellen und diese lautet:

Angenommen das Jahr ist schon vorbei und in diesem Jahr ist ein Wunder passiert. Und das bedeutet, dass alles was mich jetzt beschäftigt plötzlich gelöst ist. Was ist dann anders?

Die Frage dient als Steigbügel, der uns hilft, aus einer aktuell schwierigen Lage, in der wir unsere Kompetenzen kaum wahrnehmen können, für einen Moment auszusteigen. Durch die Wunderfrage kommen wir unserem eigenen Traumjob erfahrungsgemäß einen Schritt näher ohne die Eigenverantwortung dafür aus den Augen zu verlieren.

Natürlich gilt für die Antworten darauf wiederum die Drehbuchform. Und für diejenigen, die so absolut gar nichts mit Wundern anfangen können kann das Wunder ganz einfach durch ein plötzlich eintretendes unvorhergesehenes Ereignis ersetzt werden.

Zum Abschluss stellt sich nur noch die Frage, wer den Brief fristgerecht einen Jahr später unter den Weihnachtsbaum legt, aber in diesem Fall können Sie sicherlich auf das eine oder andere reale Helferlein zählen.

Frohe Weihnachten und gutes Gelingen

Michael Hanschitz

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