Wenn Ängste dem Traumjob im Wege stehen

Auf zum Traumjob. Folge 9. Der Weg zum Traumjob ist keine gerade Linie, sondern verlangt oft auch das wir uns mit unseren Ängsten auseinandersetzen. Gerade aus der Arbeitslosigkeit heraus fällt es schwer mit Ruhe und Besonnenheit den eigenen Weg zu gehen und einen guten Umgang mit seinen Ängsten zu finden.

Ein ehemaliger Manager, 43 Jahre alt wurde von seinem Unternehmen freigesetzt, weil seine Abteilung in ein anderes Land ausgelagert wurde. Er war insgesamt 15 Jahre für „sein“ Unternehmen tätig und ist mittlerweile seit acht Monaten arbeitssuchend. Er gibt an, dass seine Karriere von Anfang an schnell bergauf gegangen sei und er in seinem letzten Unternehmen diesbezüglich eine gute Entwicklung gemacht hat.

Die Trennung vom Unternehmen war zwar anfangs schwierig, mittlerweile hat er die ganze Sache jedoch gut verdaut. In der Privatwirtschaft sei er zwar gerne gewesen – jetzt will er allerdings etwas ganz anderes ausprobieren. In den vergangenen acht Monaten hat er sich nur ein einziges Mal beworben. Auf die Frage warum gibt er an, dass er panische Angst davor hätte, eine Absage zu bekommen, und das hindert ihn daran überhaupt eine Bewerbung abzuschicken.

Er ist dabei nicht die Ausnahme und die Angst vor einer Absage ist nur eine von vielen Ängsten, mit der Menschen gerade in der Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben. Verstärken sich diese Ängste bis zur absoluten Handlungsunfähigkeit, gepaart mit Schlafstörungen und einem ausgeprägten Angstvermeidungsverhalten, bleibt nur mehr der Gang zum Therapeuten.

Wieso entstehen Ängste in der Arbeitslosigkeit?

Ängste begleiten uns das ganze Leben lang und mittlerweile ist auch erwiesen, dass jede Angst eine gewisse Funktion erfüllt, also im Wesentlichen auch einen Nutzen für uns hat. Mit einer guten Selbstbeobachtung gelingt es uns leicht herauszufinden, was uns die jeweilige Angst mitteilen möchte. In Krisensituationen treten Ängste gehäufter auf, so auch während der Arbeitslosigkeit.

Eine der Ängste mit denen ich im New/Outplacement häufig zu tun habe, ist die Angst zu versagen bzw. versagt zu haben. Arbeitslosigkeit ist ja nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Und das obwohl regelmäßige Jobwechsel und damit verbundene Episoden von Arbeitslosigkeit immer häufiger werden. Durch Hiobsbotschaften in den Medien sowie die negative Arbeitslosenstatistik wird diese Angst bei den Betroffenen verstärkt.

Und wenn dann auch noch das eigene Umfeld mit Panik und Entsetzen reagiert, dann wird es schwierig bis unmöglich sich auf die Suche nach dem Traumjob zu machen. Was durchaus verständlich ist. Denn mal ehrlich, wer wagt es denn schon an den Traumjob nur zu denken, geschweige denn darüber zu sprechen, wenn die Miete bezahlt werden muss und zwei kleine Kinder zu versorgen sind.

Jede weitere Absage verstärkt die Angst wiederum und führt oftmals dazu sich gar nicht mehr zu bewerben. Was natürlich in puncto Zielerreichung extrem kontraproduktiv ist. Eine Krux an der Angst ist ja das damit verbundene irrationale Verhalten und der Teufelskreis, der daraus entsteht. Also einerseits vielleicht eine klare Vorstellung davon zu haben, wie es weitergehen soll, andererseits aber nicht dazu in der Lage zu sein, eine Bewerbung abzuschicken. Also was tun?

Wie können Sie lernen mit Ihren Ängsten umgehen?

Eines gleich vorweg - ein Pauschalrezept zum Umgang mit Ängsten für jedermann gibt es nicht. Dazu sind die Ängste zu unterschiedlich und die Menschen zu verschieden. Deshalb ist es wichtig unterschiedliche Zugänge auszuprobieren und genau wahrzunehmen was weiterhilft. Nachfolgendes hat sich in der Arbeit mit meinen New/Outplacement-Kunden schon bewährt und zwar:

Machen Sie konsequent nur Dinge, die Ihnen persönlich gut tun! Gerade in Krisensituationen ist es wichtig besonders achtsam mit sich umzugehen. Deshalb gilt dies als oberste Regel, die ich meinen Karrierecoaching-Kunden gleich zu Anfang ans Herz lege. Für manche ist es das persönliche Fitnessprogramm und für andere der regelmäßige Besuch einer Ausstellung. Was vor allem dazugehört ist sich mit Menschen zu umgeben, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen und weniger mit solchen, die ihre Ängste zusätzlich schüren. Und entwickeln sie dazu das Bewusstsein, dass Sie sich das alles gerade jetzt erlauben dürfen.

Kompetenzen bewusst machen: Wenn uns eine Situation als übermächtig erscheint reagieren wir instinktiv auch mit Angst darauf. Ein Aspekt davon ist, dass wir unsere eigenen Kompetenzen in dieser Situation nur mäßig oder gar nicht wahrnehmen können. Darum gilt es sich die eigenen Stärken wieder vor Augen zu führen.

Das gelingt sehr gut mit einer Übung, die sie regelmäßig vor dem Schlafengehen durchführen können. Gehen Sie in sich und notieren Sie die Ängste oder Selbstzweifel, mit denen Sie in der aktuellen Situation gerade zu kämpfen haben. Dazu auch was im schlimmsten Fall die Auswirkungen sein könnten. Im nächsten Schritt schreiben Sie alles auf was derzeit in Ihrem Leben gut läuft? Dann, welche Kompetenzen Sie besitzen, um diese schwierige Situation gut zu meistern.

Denken Sie daran inwieweit es ja in der Vergangenheit auch schon ähnlich schwierige Umstände gab, die Sie gut gemeistert haben und machen Sie sich wiederum bewusst was in der Vergangenheit Ihr Selbstvertrauen gestärkt hat? Danach werfen Sie wiederum einen Blick auf die Liste mit den Ängsten. New/Outplacement-Kunden berichten davon, dass die Ängste zwar nicht verschwinden, aber sie mehr Distanz dazu gewinnen.

Wichtig ist es die Übung über mehrere Wochen regelmäßig zu wiederholen, denn auch Ängste sind Gewohnheiten, die sich nur langsam ändern lassen. Und nur wenn sie diese immer wieder überwinden können haben Sie auch den langen Atem, den sie am Weg zum Traumjob brauchen.

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