Im Traumjob gilt Matching statt Anpassung

Tinder, Parship oder Elite Partners - auf jeder Datingplattform wird heutzutage schon gematcht. Was fürs Privatleben gilt sollte selbstredend auch für den Traumjob relevant sein. Die Position ist super, der Tätigkeitsbereich hochinteressant, ich kann meine Kompetenzen optimal einbringen und das Gehalt überdurchschnittlich. Nur mit meinen Arbeitskollegen ist es der absolute Horror.

Für viele mit einem zugedrückten Auge also schon beinahe der Traumjob, aber nur beinahe, weil eben nicht nur die Aufgabe an sich sowie das Gehalt einen Traumjob ausmachen, sondern auch die Menschen mit denen Sie tagtäglich zusammenarbeiten „müssen“. Und mal ehrlich, würden Sie sich tatsächlich einen Partner auswählen mit dem Sie sich nicht gut verstehen, wohl kaum.

Karrierecoaching-Kunden berichten immer wieder von dem allgemeinen Mythos, der sich in unserer Gesellschaft etabliert hat, dass man seine Arbeitskollegen nicht unbedingt sympathisch finden muss, sondern sich eben arrangiert. In der Regel verbringen Sie ja „nur“ acht Stunden fünf mal die Woche mit Ihnen, fallweise sogar am selben Schreibtisch – klingt das nicht heftig?

Warum passen wir uns überhaupt an?

Wenn das für Sie mittlerweile normal klingt, dann haben Sie sich sehr gut angepasst. Wir Menschen sind Meister der Anpassung. Wir haben das die vergangenen Jahrtausende gut eingeübt und lernen das auch schon von Geburt an. Die Menschheit wäre wohl niemals so erfolgreich geworden, wenn sie sie nicht anpassungsfähig gewesen wäre.

 

Somit ist es auch eine Kompetenz die uns dabei hilft unter schwierigen Rahmenbedingungen zu überleben. Was zwar für die Menschheit positive Auswirkungen hatte, ist für das einzelne Individuum jedoch mitunter schädlich. In der Regel führt die absolute Anpassung nämlich dazu, dass wir uns eine eigene „Arbeitspersönlichkeit“ zulegen, die im schlimmsten Fall nur mehr sehr wenig mit unserer tatsächlichen Persönlichkeit gemeinsam hat. Viele Aspekte unseres Wesens kommen in dieser Als-ob-Persönlichkeit schlichtweg einfach nicht vor, weil wir glauben oder instinktiv spüren, dass sie von unserer Umgebung nicht akzeptiert bzw. angenommen oder sogar geahndet werden.

Allerdings kostet Sie das Aufrechterhalten einer Scheinpersönlichkeit sehr viel Energie und die Freude am Job geht dadurch naturgemäß oft gänzlich verloren, im schlimmsten Falle führt diese Entwicklung sogar in Richtung Burn out oder Depression. Nach einem Traumjob klingt das ganz und gar nicht, oder?

Wie finde ich das richtige Umfeld?

Je gereifter unsere Persönlichkeit ist, desto besser wissen wir natürlich welches Umfeld gut zu uns passt und welches weniger. Mit meinen New/Outplacement-Kunden mache ich an dieser Stelle sehr gerne das sogenannte Party-Experiment. Und das geht folgendermaßen und zwar:

Stellen Sie sich einfach vor Sie gehen auf eine Party und auf dieser stehen sechs unterschiedliche Menschengruppen, nämlich:

Realistische Menschen: Das sind Menschen, die „gerne geordnet oder systematisch“ arbeiten. Realistisch bezieht auf die ursprüngliche Vorstellung Platos von „dem Realen“, also dem, was wir mit den Sinnen wahrnehmen können. Also R = Menschen, die die Natur, Tiere, Pflanzen, Sport, Werkzeuge und Maschinen mögen und gerne draußen sind.

Investigative Menschen: Diese Menschen benutzen gerne ihr Gehirn und mögen „die beobachtende, symbolische, systematische und kreative Investigation von physischen, biologischen oder kulturellen Phänomenen“. Also I = Menschen, die sehr neugierig sind und gerne forschen oder Dinge, Menschen oder Daten analysieren.

Artistische Menschen: Diese Menschen bevorzugen „unklare, freie, unsystematische Aktivitäten und Kompetenzen, Kunst zu produzieren“. Also A = Menschen, die sehr kreativ und künstlerisch begabt sind, eine große Phantasie besitzen, innovativ sind und ohne Zeitlimit arbeiten.

Soziale Menschen: Das sind Menschen, die gerne andere Menschen „informieren, trainieren, fördern, heilen oder aufklären“. Also S = Menschen, die gerne anderen helfen, lehren oder Menschen bedienen.

Unternehmerische Menschen (Enterprising): Dies sind Menschen, die gerne „eigene Ziele oder die eines Unternehmens erreichen“. Also E = Menschen, die gerne Projekte auf den Weg bringen, Unternehmen gründen, Dinge verkaufen oder Menschen beeinflussen, überreden oder führen.

Konventionelle Menschen (Conventional): Das sind Menschen, die gerne „mit Daten arbeiten, wie zum Beispiel Unterlagen ablegen oder vervielfältigen, schriftliche und numerische Dokumente nach einem bestimmten Plan organisieren oder Datenverarbeitungs-maschinen bedienen“. Konventionell bezieht sich in diesem Fall auf die Werte, die Menschen mit den meisten anderen Menschen unserer Kultur teilen. Also C = Mensch, die Detailarbeit mögen und gerne Arbeiten und Projekte beenden.

Nun wählen Sie aus, zu welcher Gruppe Sie sich als erstes dazugesellen würden? Vergessen Sie dabei mal, dass Sie sich aufgrund Ihrer Schüchternheit erst mal nirgends dazustellen würden bzw. sie erst mal auf die Einladung einer Gruppe warten würden. Wie gesagt es handelt sich ja um ein Laborexperiment.

Nach einiger Zeit verlässt nun Ihre Wunschgruppe die Party und für Sie stellt sich wiederum die Frage, welcher Gruppe sie sich als nächstes zuwenden würden. Ihr Wunschumfeld wird von den ersten drei Gruppen repräsentiert. Das können Sie dann sehr leicht mit Ihrem derzeitigen Arbeitsumfeld vergleichen.

Natürlich gibt es kein 100-prozentiges Match – Perfektion gibt es auch im Traumjob nicht und Großzügigkeit gehört als Kompetenz gerade zu einer gereiften Persönlichkeit mit dazu - nur 80 Prozent dürfen es dann schon sein. Darunter ist je nachdem, welcher Persönlichkeitstyp sie sind Handlungsbedarf angesagt, denn ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie sich als Als-ob-Persönlichkeit in einem Als-ob-Traumjob wiederfinden.

Gutes Gelingen!

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